Emder Klinik weiterhin regionales Traumazentrum

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Emden. Die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie in Emden ist erneut als regionales Traumazentrum zertifiziert worden. Damit ist das Krankenhaus weiter dazu in der Lage, Schwerstverletzte in kürzester Zeit zu versorgen. Ob eine Wirbelsäulenverletzung, ein offener Bruch, eine Stichverletzung oder ein Polytrauma, also eine lebensbedrohliche Mehrfachverletzung: Die Versorgung, die das Hans-Susemihl-Krankenhaus vorhält, befindet sich auf höchstem Niveau. Dies unterstreicht jetzt eine Re-Auditierung, die die Klinik nach einer erneuten Überprüfung der Qualitätsstandards als regionales Traumazentrum ausweist.
2009 hatten sich die unfallchirurgischen Kliniken in Deutschland zusammengeschlossen, um die bestmögliche Versorgung, abgestuft in lokalen, regionalen und überregionalen Traumazentren, zu gewährleisten. Bereits seit 2011 hatte Emden den Status des lokalen Traumazentrums. Drei Jahre später erfüllte das Klinikum als bislang einzige Einrichtung in Ostfriesland die strengen Voraussetzungen für die nächsthöhere Ebene, dem regionalen Traumazentrum. Das Krankenhaus ist damit in der Lage, den Großteil der eingelieferten Schwerstverletzten zu versorgen, ohne dass sie in eine andere Klinik verlegt werden müssen.

Für die erneute Zertifizierung setzt das Hans-Susemihl-Krankenhaus laufend einen 20 Seiten starken Anforderungskatalog um. Unter anderem muss sichergestellt werden, dass neben dem pflegerischen Personal jederzeit ein Chirurg und Anästhesist in der Notaufnahme verfügbar sind, welche den Schwerstverletzten sofort versorgen können. Darüber hinaus sind ein Computertomograph (CT) im Schockraum der Notaufnahme sowie eine 24-stündige Operationsbereitschaft vorgeschrieben. Alle drei Jahre unterzieht sich die Klinik dieser komplexen Prüfung. „Wir arbeiten ständig an unserer Weiterentwicklung“, sagt Dr. Bernhard Scherger, Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie.
Innerhalb einer halben Stunde nach Einlieferung des Patienten sind alle Untersuchungen so weit abgeschlossen, dass entschieden werden kann, ob der Schwerstverletzte auf die Intensivstation, in den Operationssaal oder doch in eine andere Einrichtung verlegt werden muss. „Es ist wichtig, dass wir alle Patienten bestmöglich und schnell versorgen können. Unsere Erfahrung und technische Ausstattung ermöglichen dies“, hebt Dr. Klaus Kogelmann, Chefarzt der Anästhesie und der Intensivmedizin, die Bedeutung des Traumazentrums hervor.
Rund 70 Schwerstverletzte wurden 2020 ins Emder Klinikum eingeliefert. Durch eine verbesserte Vernetzung muss das Personal im Krankenwagen nicht mehr – wie es noch vor über zehn Jahren üblich war – zunächst telefonisch klären, ob der Patient aufgenommen werden kann. „Die Notfallsanitäter wissen bereits, welche Verletzungen wo behandelt werden können“, berichtet Dr. Scherger.