Landkreis Wittmund zufrieden: Projekt Kita-Einstieg wird vom Bund weiter stark gefördert

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lkw Wittmund.  Der Landkreis Wittmund erhält weitere Finanzmittel des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Fortsetzung des im Jahr 2017 begonnenen Projekts „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Als vorweihnachtliches Geschenk erreichte den Landkreis Wittmund am Tag vor Heiligabend der Zuwendungsbescheid über eine Förderung in Höhe von 238.721,78 Euro aus Bundesmitteln.

 

Mit dem Geld ist eine Fortsetzung des 2017 gestarteten Projektes bis zum Ende des Jahres 2022 sichergestellt. Insgesamt fließen damit mehr als 615.000 Euro in den Landkreis Wittmund. Damit können Angebote finanziert werden, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung vorbereiten und unterstützend begleiten. Hiervon profitieren besonders neu zugewanderte Kinder mit Fluchterfahrung, deren Integration damit unterstützt wird.

 

Der Ev.-luth. Kirchenkreisverband ist weiterhin mit der Durchführung betraut und übernimmt die Federführung in dem Projekt. Der Landkreis Wittmund ist dankbar, hier einen zuverlässigen Partner gefunden zu haben, der große Erfahrungen im Bereich der frühkindlichen Bildung mitbringt. Der Ev.-luth. Kindertagesstättenverband betreibt über 25 Kindertagesstätten in der Region. Für das Projekt Kita-Einstieg stehen eigens drei Mitarbeiterinnen zur Verfügung, die ihre erfolgreiche Arbeit im Landkreis nun für weitere zwei Jahre fortsetzen können.

 

Mit Hilfe von gezielten Angeboten wird Kindern, die bisher nicht oder nur unzureichend von der Kindertagesbetreuung erreicht wurden, der Einstieg in das deutsche System der frühkindlichen Bildung erleichtert. Dies können Familien sein, die in ökonomischen Risikolagen, in familiärer Bildungsbenachteiligung oder in stark belasteten Sozial- und Wohnverhältnissen leben müssen. Umgesetzt werden Angebote, die dem Ziel dienen, den Zugang zu Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege für diese zu erleichtern.

 

Bereits in der ersten Projektphase wurde ein großes Netzwerk zu Partnern der frühkindlichen Bildung geknüpft, auf dem nun in den nächsten zwei Jahren aufgebaut werden kann. Hierzu gehören das Kirchenamt und der Landkreis als Träger des Projektes, Kindertageseinrichtungen mit besonderem Augenmerk auf Anker-Kitas, Kindertagespflegeeinrichtungen, Träger von Kindertagesstätten, Träger von Integrations- und Sprachkursen, die Ausländerbehörde, Jugendamt, Familien- und Kinderservicebüro, Jobcenter, Schulen und Volkshochschulen, Mehrgenerationenhäuser und Familien- und Jugendzentren, Kreis-Sport-Bund, Fortbildungseinrichtungen, Frauenärzte, Hebammen, Hilfsorganisationen und Beratungsstellen (Diakonie, Caritas, AWO, DRK), Vereinsheime, Hand-in-Hand Café und Tafeln. Die sogenannten „Anker-Kitas“ sind in den Kindergärten in Esens (An der Eisenbahn), Wittmund (Goethestraße), in Westerholt und in Wiesedermeer eingerichtet worden.

 

Eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Projekt aber sind die aufsuchenden Besuche. Die Kontaktaufnahme zu den Familien erfolgt über die Vermittlung der oben aufgeführten vernetzten Partner. Zumeist handelt es sich um Familien mit Migrationshintergrund  oder um sozial benachteiligte Familien. Ziel der Besuche im häuslichen Umfeld ist eine vertrauensvolle Kontaktaufnahme in der gewohnten Umgebung. Die entsprechenden Familien sind zumeist nicht mobil, und durch den Besuch entfällt die Problematik der Mobilität. Die Fachkräfte haben die Möglichkeit sich einen Überblick über die Lebenssituation der Familien zu verschaffen und den notwendigen Bedarf an hilfreicher Unterstützung zu erkennen, diesen zu leisten und gegebenenfalls an geeignete Stellen weiterzuleiten.

 

Dadurch entsteht ein für die Strukturen im Landkreis Wittmund passgenaues Angebot. Die Beratung wird durch die Hilfe bei Anträgen und Begleitungen bei Terminen ergänzt. Auch Tipps über zusätzliche Erleichterungen durch soziale Kaufhäuser, die Tafeln, Hausaufgabenbetreuungen, Tagesbetreuungsmöglichkeiten und ehrenamtliche Hilfsorganisationen wirken sich positiv auf die Lebensbedingungen der Familien aus.

 

Derzeit bestehen weitere folgende Angebote für Eltern, Kinder und dem Fachpersonal der Kindertagesstätten im Landkreis Wittmund durch Kita-Einstieg:

 

·         Eltern-Kind-Spielgruppen

·         Gruppen zur Vorbereitung auf einen Regelbesuch in einer Kita

·         Betreuungsgruppe begleitend zum Sprachunterricht

·         Kasperletheateraufführungen

·         Aktionstage wie z. B. Sommerfeste, Vorweihnachtsveranstaltungen, Teilnahme an Kita-Festen

·         Fortbildungen für das pädagogische Personal der Kitas

·         Elternveranstaltungen, Vortragsreihe für Eltern

·         Veranstaltungen im Rahmen der interkulturellen Woche, u. a. in Kooperation mit Netzwerkpartnern

·         Beteiligung an der Kinderschutzgruppe des Jugendamtes Wittmund

 

Das Bundesprogramm Kita-Einstieg überzeugt die Familien im Landkreis Wittmund und hat sich als zusätzliches Angebot etabliert. Zu den Familien konnte eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden. Die Familien öffnen sich den Mitarbeiterinnen und so können auch Themen besprochen werden, die ansonsten im familiären Umkreis verbleiben. Die Bereitschaft, sich auf eine Weitervermittlung zu öffentlichen Institutionen einzulassen, ist dadurch viel größer geworden, so die Kreisverwaltung.

 

Für Interessierte steht die Koordination Petra Lieutnant als Ansprechpartnerin zur Verfügung (Tel. 0159 06412384, Email: petra.lieutenant@gmail.com).