POL-AUR: Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2020 des Polizeikommissariats Norden

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Altkreis Norden (ots)

Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2020 des Polizeikommissariats Norden: Rückgang der Verkehrsunfälle – Weniger Verletzte – Mehr Verkehrsunfälle mit Pedelecs

Kernpunkte der Verkehrsunfallstatistik 2020:

   - Anzahl der Verkehrsunfälle (1.177) im Altkreis Norden um 13,14 
     Prozent gesunken
   - Zahl der verletzten Personen (338) um fast 21 Prozent gesunken 
     (2019: 427)
   - Zahl der Verkehrstoten (1) gesunken (2019: 2)
   - Anzahl der Wildunfälle (168) gesunken
   - Zahl der Schwerverletzten (53) gesunken (2019: 75)
   - Zahl der Leichtverletzten (284) gesunken (2019: 350)
   - Rückgang der Wildverkehrsunfälle um 32 auf 168 Unfälle
   - Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss 
     (24) deutlich gesunken
   - 137 aufgeklärte Verkehrsunfallfluchten (Aufklärungsquote: 43 
     Prozent)
   - 150 Unfälle mit beteiligten Radfahrenden

Im Bereich des Polizeikommissariats Norden kam es 2020 zu insgesamt 1.177 Verkehrsunfällen. Das sind 178 Unfälle weniger als im Vorjahr (-13,14%). „Die Zahl der Verkehrsunfälle ist damit auf einem Tiefstand, wie es ihn in den vergangenen zehn Jahren nicht gegeben hat.“, sagt Erster Polizeihauptkommissar Ingo Brickwedde, Leiter des PK Norden. „Eine Hauptursache für den Rückgang ist sicherlich die Corona-Pandemie. Aufgrund der gesunkenen Unfallzahlen wurden im Altkreis Norden auch weniger Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt. Das ist aus polizeilicher Sicht eine durchaus positive Entwicklung. Dennoch müssen wir uns vor Augen führen, dass auch 2020 im Altkreis Norden im Durchschnitt fast täglich drei Unfälle geschehen sind. Die nachhaltige Reduzierung von Verkehrsunfällen bleibt auch weiterhin unser Ziel, für das wir nach wie vor eng mit unseren Kooperationspartnern zusammenarbeiten“, sagt Ingo Brickwedde.

Im Jahr 2020 wurden bei Verkehrsunfällen im Altkreis Norden insgesamt 338 Menschen verletzt. 2019 waren es noch 427, was einem Rückgang von fast 21 Prozent entspricht. Im Vergleich zu 2011 ist die Zahl der verletzten Personen um rund 27 Prozent zurückgegangen. 2011 waren 465 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt worden, das waren 127 weniger als 2020.

„Auch, wenn die Zahlen gesunken sind: Im Durchschnitt ist 2020 an fünf Tagen in der Woche eine Person durch einen Verkehrsunfall verletzt worden“, sagt Erster Polizeihauptkommissar Günter Rabenstein, Leiter Einsatz- und Streifendienst beim PK Norden. „Wir wünschen uns von allen Verkehrsteilnehmern mehr Achtsamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme, insbesondere wenn auch künftig wieder mehr Menschen auf den Straßen unterwegs sind.“

Im Altkreis Norden wurden im vergangenen Jahr 284 Personen bei Verkehrsunfällen leicht verletzt, 2019 waren es 66 mehr. Die Anzahl der Schwerverletzten ist von 75 in 2019 auf 53 Personen in 2020 gesunken. Im Jahr 2020 ist eine Person bei einem Verkehrsunfall verstorben. 2019 waren es zwei.

Risikogruppen

Zu den Risikogruppen im Straßenverkehr zählen Kinder im Alter von 0 bis 17 Jahren, junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren und Erwachsene ab dem 65. Lebensjahr.

Im Jahr 2020 wurden im Altkreis Norden 35 Kinder bei einem Verkehrsunfall leicht verletzt (2019: 59).

„Dieser Rückgang ist für uns eine erfreuliche Entwicklung und sicherlich auch ein Ergebnis unserer präventiven Arbeit“, sagt Polizeioberkommissarin Christiane Büchner, Sachbearbeiterin Prävention beim PK Norden. „Bedingt durch die Corona-Pandemie war die Präventionsarbeit im vergangenen Jahr zwar nur eingeschränkt möglich, aber insbesondere der Kontakt zu den Grundschülerinnen und Grundschülern ist uns äußerst wichtig. Wir haben deshalb nicht auf eine Videokonferenz umgestellt, sondern beschlossen, den Zweitklässlern einen Brief zu schreiben, um das Thema Sichtbarkeit altersgerecht aufzugreifen. Unsere polizeiliche Puppenbühne hat sich zusätzlich mit einem Videodreh beteiligt“, erklärt Christiane Büchner. „Die Aktion war ein echter Erfolg und kam sehr gut an.“

Die Zahl der leichtverletzten Personen in der Risikogruppe der jungen Fahrer ist im Jahr 2020 um 22 gesunken. Es wurden 44 junge Fahrer leicht verletzt. Auch bei den Über-65-Jährigen gab es weniger Leichtverletzte zu verzeichnen. 2020 wurden 46 Personen über 65 Jahre leicht verletzt, 2019 waren es 54.

Die Anzahl der Schwerverletzten in den Altersgruppen Kinder und junge Fahrer ist im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. Fünf Kinder und sechs junge Fahrer wurden bei Verkehrsunfällen im Altkreis Norden im vergangenen Jahr schwer verletzt, 2019 waren es acht bzw. fünfzehn. In der Altersgruppe der Über-65-Jährigen blieb die die Zahl der Schwerverletzten im Vergleich zu 2019 mit 15 konstant.

Verkehrsunfallfluchten

Seit 2018 ist die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten im Altkreis Norden erfreulicherweise rückläufig. 2018 ereigneten sich 383 Verkehrsunfallfluchten, 2020 waren es 318. Dennoch bedeutet das, dass sich im Durchschnitt an sechs Tagen in der Woche eine Verkehrsunfallflucht ereignet. Dazu zählen auch Unfälle auf dem Parkplatz oder beim Öffnen der Fahrzeugtür.

„Wer sich nach einem Unfall unsicher ist, ob ein Schaden entstanden ist oder nicht, sollte vom Grundsatz her lieber die Polizei informieren“, sagt Günter Rabenstein. „Das unerlaubte Entfernen vom Verkehrsunfallort zieht nicht nur ein Strafverfahren nach sich, sondern führt auch in der Regel zu einem Ausschluss der Kostenübernahme des verursachten Eigenschadens durch die eigene Versicherung.“

Die Aufklärungsquote lag im Jahr 2020 knapp über 43 Prozent und blieb damit im Vergleich zu den vergangenen Jahren konstant hoch.

Wildunfälle

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wildtieren ist aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens gesunken. 2020 kam es insgesamt zu 168 Wildunfällen, 2019 waren es 200.

Eine Ausnahme bildet in dem Zusammenhang der Bereich Hage/Lütetsburg. Im Zeitraum vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2021 (Jagdjahr) ist die Anzahl der Unfälle auf 82 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (50) gestiegen.

Gerade beim Zusammenstoß eines Fahrzeugs mit Damwild kann es zu schweren Verletzungen der Fahrzeuginsassen kommen. Die Polizei begrüßt daher das Projekt von der Jägerschaft, dem Landkreis Aurich und der Gemeinde Hage, u.a. an der Hager Umgehungsstraße. Dort werden orange-markierte Dreibeine alle 3 Monate an die Orte gestellt, an denen sich ein Unfall mit einem Wildtier ereignet hat. „Wir erhoffen uns dadurch eine erhöhte Aufmerksamkeit durch Fahrzeugführende und die Verringerung der Geschwindigkeit. Denn nur durch die Senkung der Geschwindigkeit können schwere Unfallfolgen vermieden werden“, sagt Revierjäger Ralf Dirks.

Verkehrsunfälle mit Radfahrenden

2020 waren insgesamt 150 Radfahrerende im Altkreis Norden an einem Verkehrsunfall beteiligt. 2019 waren es noch 172. Im Durchschnitt passierte 2020 fast jeden dritten Tag ein Unfall, bei dem mindestens eine Radfahrerin oder ein Radfahrer beteiligt war.

108 der 150 beteiligten Radfahrenden wurden bei den Verkehrsunfällen verletzt. 83 Radfahrende wurden leicht, 25 schwer verletzt. Die Zahl der beteiligten Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer ist von 34 auf 42 gestiegen. Elfmal wurden sie bei Verkehrsunfällen als Unfallverursacher/in erfasst (2019: 14).

Mit dem Anstieg der beteiligten Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer ist auch die Zahl der verletzten Pedelec-Fahrenden gestiegen, von 30 in 2019 auf 37 in 2020.

Fast jede/r verunfallte Pedelec-Fahrer/in wurde im vergangenen Jahr verletzt.

Die Zahl der verletzen Fahrradfahrenden ist von 102 im Jahr 2019 auf 71 im Jahr 2020 gesunken. 57 Fahrradfahrende wurden 2020 leicht verletzt, 14 schwer.

Hauptunfallursachen

Bei der Betrachtung der Unfallursachen gibt es über 60 verschiedene Bereiche.

In 2020 waren folgende Hauptunfallursachen feststellbar: – Wenden/Rückwärtsfahren (132 Unfälle) – Vorfahrt/Vorrang (93 Unfälle) – Abstand (57 Unfälle) – Geschwindigkeit (31 Unfälle) – Alkohol/Drogen (24 Unfälle)

Alkohol- und Drogenfahrten

Im Jahr 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr 29 mehr Verfahren wegen Alkohol am Steuer eingeleitet, insgesamt 97.

„Es ist wichtig, dass wir alkoholisierte Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführer feststellen und an der Weiterfahrt hindern. Eine Trunkenheitsfahrt zieht diverse Strafen nach sich. Es bleibt eine beunruhigende Vorstellung, dass sich Menschen immer noch alkoholisiert hinters Steuer setzen und eine Gefährdung von Menschenleben in Kauf nehmen“, sagt Günter Rabenstein. „Bereits ab 0,3 Promille hat man gegenüber einem nüchternen Fahrzeugführer ein doppeltes Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden. Das hat nicht nur für den Fahrzeugführer Konsequenzen, sondern sehr wahrscheinlich auch für dessen Familie, Freunde und nicht zu vergessen, möglicherweise weitere Beteiligte und dessen Familien.“

Die Anzahl der Fahrten unter Drogenbeeinflussung ohne Unfall ist im Jahr 2020 auf 68 gesunken.

Quelle: Polizeiinspektion Aurich/Wittmund